Arbeitsrecht Arbeitszeugnis

Ein gutes Arbeitszeugnis ist sehr wichtig für die Suche nach einem neuen Job, denn oft ist es das Eintrittsticket für ein Vorstellungsgespräch oder sogar für die engere Auswahl. Was aber genau muss ins Arbeitszeugnis bzw. was darf nicht hinein? Und was können Sie tun, wenn Sie nicht mit Ihrem Arbeitszeugnis einverstanden sind? Dies erfahren Sie hier.

Q: Was gehört in ein Arbeitszeugnis?

A: Das Arbeitszeugnis beinhaltet:

  • Personalien: Name, Geburtsdatum, Heimatort, Identität des Arbeitnehmers und des Arbeitgebers
  • Dauer des Arbeitsverhältnisses
  • Detaillierte Auflistung der Funktionen, Tätigkeitsbereichs und Positionsbeschreibung
  • Aussagekräftige Bewertung der Leistung (Arbeitsqualität und -quantität) des Arbeitnehmers und seines Verhaltens gegenüber Mitarbeitern, Kunden und Vorgesetzten
  • Unterschrift des Arbeitgebers, Ausstellungsdatum (normalerweise wird das Arbeitszeugnis am letzten Tag des Arbeitsverhältnisses datiert)

Q: Welche Ansprüche muss ein Arbeitszeugnis erfüllen?

A: Es muss vollständig, wohlwollend und klar sein. Alle oben erwähnten Punkte müssen vorhanden sein. Eine wohlwollende Zeugnisformulierung soll das berufliche Fortkommen des Arbeitnehmers erleichtern. Trotzdem darf die Wahrheitspflicht nicht verletzt werden, womit auch negative Aspekte erwähnt werden müssen, solange sie von Belang sind. Dies sind sie, wenn sie die Gesamtbeurteilung beeinflussen und es sich nicht um Kleinigkeiten handelt. Jedoch gilt eine Beschränkung des Inhalts auf Angaben, die für die Beurteilung von Leistung und Verhalten notwendig sind. Unzulässig sind Aussagen, welche in keinem direkten Zusammenhang mit dem Arbeitsverhältnis stehen. Der Text muss authentisch und individuell sein, zweideutige Formulierungen sind nicht gestattet. Formell muss das Zeugnis in sauberem Druck, sprachlich korrekt und ordentlich sein.

Q: Wann kann ich ein Arbeitszeugnis verlangen?

A: Gemäss Gesetz (Art. 330a OR) kann der Arbeitnehmer vom Arbeitgeber jederzeit ein Zeugnis verlangen. Vor Beendigung des Arbeitsverhältnisses wird von einem Zwischenzeugnis gesprochen, bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses heisst es Schlusszeugnis. Dieser Anspruch besteht ab dem 1. Arbeitstag – wie aussagekräftig ein solches Zeugnis ist, bleibt dahingestellt. Deshalb hat der Arbeitnehmer gemäss OR 330a Abs. 2 die Wahlmöglichkeit, anstelle des Arbeitszeugnisses eine Arbeitsbestätigung zu verlangen. Die Verjährungsfrist beträgt 10 Jahre und läuft ab dem Zeitpunkt der Beendigung des Arbeitsverhältnisses.

Q: Was ist der Unterschied zur Arbeitsbestätigung?

A: Die Arbeitsbestätigung bestätigt lediglich, dass ein bestimmter Arbeitnehmender bei einem bestimmten Arbeitgeber gearbeitet hat, bewertet aber seine Leistungen nicht. Es beinhaltet die Funktion, Art und Dauer des Arbeitsverhältnisses.

Q: Was kann ich tun, wenn ich mit meinem Arbeitszeugnis nicht einverstanden bin?

A: Zuerst sollten Sie das Gespräch mit dem Verfasser des Zeugnisses suchen. Versuchen Sie dabei auf diejenigen Stellen hinzuweisen, mit denen Sie nicht einverstanden sind. Vielleicht können Sie sich im Gespräch auf eine Formulierung einigen, mit der sich beide Seiten einverstanden erklären können. Falls Sie nur während kurzer Zeit angestellt waren, können Sie anstelle des Arbeitszeugnisses auch eine neutrale Arbeitsbestätigung verlangen (gängig bis zu einer Anstellungszeit von 6 Monaten). Schlimmstenfalls können Sie mit Ihrem Arbeitszeugnis und Ihrem Anliegen auch vor Arbeitsgericht treten und auf Abänderung des Zeugnisses klagen. Mit der Zeugnisklage hat der Arbeitnehmer zu beantragen, welche Aussagen und Textpassagen er wie geändert haben möchte. Zeugnisklagen erfordern jedoch meistens den vorprozessualen Rat eines Anwalts und die anwaltliche Unterstützung vor Arbeitsgericht.

Q: Ich habe mich mit einem Vorgesetzten verstritten und habe gekündigt. Nun fürchte ich mich vor einem negativen Arbeitszeugnis. Zudem möchte ich verhindern, dass mein Vorgesetzter zu einem späteren Zeitpunkt Referenzauskünfte über mich abgibt. Darf er den Streit erwähnen?

A: In einem Zeugnis dürfen nur Aussagen über die Aufgabenbereiche, die Arbeitsleistung und das Verhalten gemacht werden. Private Informationen dürfen in einem Zeugnis nicht aufgeführt werden. Wenn sich Ihr Vorgesetzter nicht an diese Vorgaben hält, können Sie Ihr Zeugnis allenfalls auch gerichtlich anfechten. Spätere Referenzauskünfte können Sie verhindern, indem Sie Ihrem Vorgesetzten schriftlich verbieten, über Sie Auskunft zu erteilen.

Quellen: arbeitszeugnis.ch, seco.admin.ch, Obligationenrecht (OR)

21.09.2017


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